PRESSEMITTELUNG (see English version below)
Haushalt 2008: Emissionszertifikate müssen im Kampf gegen Armut genutzt werden.
Berlin, den 1. Juli 2007
Die Afrika-NGO DATA fordert die Regierung auf, sicherzustellen, dass ein Großteil der Erlöse aus der Veräußerung von Verschmutzungsrechten zum Kampf gegen Armut in dem Kontinent genutzt werden, der am stärksten vom Klimawandel betroffen sein wird.
Am Mittwoch, den 4. Juli, wird das Kabinett seinen Haushaltsentwurf für 2008 verabschieden. In diesem werden auch Vorentscheidungen über die Verwendung der Mittel aus dem Verkauf der CO2-Zertifikate getroffen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu Recht das Thema Afrika auf die Spitze der internationalen Prioritätenliste gesetzt. Sie hat wiederholt betont, dass Deutschland seine Versprechen gegenüber den Ärmsten der Armen einhalten wird und sie gerne die Einnahmen aus innovativen Finanzinstrumenten wie dem Handel mit CO2-Zertifikaten der Entwicklungszusammenarbeit zu Gute kommen lassen möchte.
Der Deutschlanddirektor von DATA, Tobias Kahler, sagt hierzu:
„DATA begrüßt die Äußerungen der Bundeskanzlerin und Entwicklungsministerin zur Verwendung der CO2-Gelder. Wir fordern das Kabinett zu klaren Zusagen auf, die erwirtschafteten Gelder für den Kampf gegen Armut besonders in Afrika zu nutzen.
Es ist zutiefst ungerecht, dass Afrika zwar am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich ist aber am stärksten unter dessen Auswirkungen zu leiden hat. Armutsbekämpfung ist eine Grundvoraussetzung, damit sich Afrika für die Konsequenzen steigender Temperaturen – z.B. stärkere Überschwemmungen und Wüstenbildungen – wappnen kann. Dies erfordert dringliche Investitionen in Gesundheit, Bildung und Infrastruktur.“
Es wird erwartet, dass das Kabinett mit seinem Haushaltsentwurf einen Anstieg der Entwicklungshilfe um €750 Millionen bestätigt, den die Kanzlerin im Vorfeld des G8-Gipfels bekannt gegeben hatte. Die Entwicklungsministerin hatte angekündigt, dass dieser Anstieg fast gänzlich Afrika zu Gute kommen würde.
Tobias Kahler erhofft sich Klarheit durch das Kabinett, sowohl was den Anstieg der Entwicklungshilfe als auch die Nutzung der Gelder aus dem Emissionshandel angeht: „Die Entscheidung an diesem Mittwoch wird zugleich auch darüber Aufschluss geben, ob die Regierung es ernst mit ihren Zusagen an Afrika meint.“
Weitere Informationen über die Zusagen Deutschlands und der G8 die Armut in Afrika zu bekämpfen, finden Sie im DATA Bericht: www.thedatareport.org
Kontakt für Medienvertreter:
Tobias Kahler, Deutschlanddirektor DATA +49.(0)30.319 891 570
www.data.org
MEDIA RELEASE
German budget proposal 2008: Carbon certificates must be used to fight poverty
07.01.07
Berlin
The Africa advocacy group DATA calls on the German cabinet to state clearly that the majority of the revenue from carbon emissions certificates will be directed to fighting poverty in the continent that will be hit hardest by climate change.
On Wednesday 4 July the cabinet will pass its budget proposal for 2008, including directions on the distribution of revenues from the sale of carbon certificates.
“Chancellor Merkel was right to put Africa at the top of the international agenda. She has repeatedly said that Germany will deliver what it has promised to the poorest of the poor and that she would like the revenue from innovative financial instruments such as carbon certificates to be directed to overseas aid.
"Consistent with her statements and those of the Minister for Development, DATA urges the cabinet to make precise pledges for the majority of the money raised to go to the fight against extreme poverty, particularly in Africa,” said Tobias Kahler, Director of DATA in Germany.
“It is bitterly unfair that Africans have contributed the least to climate change, but will suffer most from its effects. Fighting poverty is essential if Africans are to equip themselves against increased flooding and desertification as global temperatures rise - and that requires urgent investments in education, health and infrastructure.”
The cabinet is also expected to confirm an increase of €750 million in overseas development assistance in 2008, which was announced by the Chancellor prior to the G8 summit. The Minister for Development has stated that almost all this increase would go to Africa.
Kahler urges precision from the cabinet on both the aid increase and the carbon certificates: “Wednesday’s decision will tell us if the government is serious about ensuring its commitments to Africa are kept. We will be looking for precise figures in relation to the carbon certificate plans and the €750 million aid increase.”
For detailed information about Germany and the G8’s commitments to fighting poverty in Africa, please see the DATA Report www.thedatareport.org
Media contact:
Tobias Kahler Director DATA Germany +49 (0) 30 3087 4660
www.data.org